Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.

Da geht noch mehr

Wie er ist

Die Stadt macht es den Radfahrern nicht leicht. Zwar bietet die Tallängsachse kilometerlange ebene Strecken von Heslach oder Hedelfingen bis Mühlhausen, aber auf vielen Wegen müssen die Radler kräftig in die Pedale treten, um die Steigungen zu bewältigen.

Wer die sportliche Herausforderung nicht scheut, findet aber nicht das Radwegenetz, das einer modernen Großstadt würdig wäre. Die meisten Radwege sind schlecht oder gar nicht ausgebaut. Im Stadtbereich ist im besten Fall ein schmaler Streifen von der Fahrbahn für die Radfahrer abgetrennt, auf dem sie sich neben dem dichten Verkehr durch Abgase und Lärm quälen müssen. Für ungeübte Radler oder Kinder ist das kaum machbar.

Neckar-Radweg besser ausbauen

Der Neckar-Radweg ist eine beliebte Strecke für Einheimische und Touristen. Zu Recht sind die Verantwortlichen für den Stadttourismus neidisch auf den Donau-Radweg, der vorbildlich ausgebaut ist. An einer der schönsten Stellen im Landschaftsschutzgebiet zwischen Bad Cannstatt und Hofen ist der Neckar-Radweg viel zu eng und dadurch für alle Benutzer, auch Inline-Skater und Fußgänger, gefährlich. Autofahrer dagegen haben hier zwei volle Fahrbahnen zur Verfügung. Wenigstens am Wochenende muss diese beliebte Strecke autofrei sein und der Naherholung dienen.

Entgegen den Beteuerungen des OB ist Stuttgart weit davon entfernt, eine fahrradfreundliche Stadt zu sein.

SSB bremst die Radfahrer aus

Wer die Weinsteige mit dem Rad scheut, kann vom Marienplatz mit der Zahnradbahn nach Degerloch fahren. Das Rad wird ebenfalls transportiert. Ansonsten sind die Möglichkeiten, Stuttgarts Höhen ohne Schweißausbrüche zu erklimmen, sehr begrenzt. In den Bussen geht gar nichts, und die Stadtbahnen sind während der Hauptverkehrszeiten tabu. In den restlichen Zeiten wird es den Radfahrern so schwer wie möglich gemacht. Die Bahnen bieten nicht genug Platz, obwohl pro Eingang zwei Räder erlaubt sind. Kommt noch ein Kinderwagen oder ein Rollstuhl dazu, ist kein Durchkommen mehr. Die Blicke und Reaktionen der übrigen Fahrgäste sind dementsprechend. Ein moderner Nahverkehr, der Mobilität ohne Auto möglich macht, muss besonders in einer Stadt mit der Topographie Stuttgarts die Radler berücksichtigen. Die Stadt liegt falsch, wenn sie in Bussen und Bahnen keinen Platz für Radler vorsieht.

Sichere Radwege für alle

Kinder und Jugendliche müssen gefahrlos mit dem Rad zur Schule fahren können.

Für kurze Wege bietet sich für alle das Fahrrad an. Es schont die Umwelt in jeder Beziehung, produziert keine Abgase und keinen Lärm, schont den Geldbeutel und verursacht keine Spritkosten. Nebenbei ist Rad fahren ein gesunder Ausgleichssport.

Call-a-bike mit Elektro-Rädern ergänzen

Eine Ergänzung des bestehenden Leihrädersystems Call-a-bike mit Elektro-Rädern ist sinnvoll. Die besondere Lage Stuttgarts mit vielen Steigungen ist ideal für motorunterstützte Räder. Alle Räder brauchen auch Abstellflächen. Vorbildliche Städte wie Münster und Freiburg haben mittlerweile Rad-Parkhäuser.

Zukunftsfähige Mobilität

Eine moderne Großstadt mit einer zukunftsfähigen Mobilität braucht gut ausgebaute Radwege auch in der Innenstadt und auf den Zufahrtsstraßen. Um mehr als einen schmalen Streifen am Fahrbahnrand zu bekommen, ist ein Rückbau der Straßen, d. h. weniger Fahrbahnen zugunsten von Radwegen nötig.

Platz in Bussen und Bahnen für Radfahrer zu allen Betriebszeiten erweitert die Nutzungsmöglichkeiten. Außerdem könnte der Ausbau von Bus- und Bahnlinien die Fahrgastzahlen weiter steigern und wäre gut für das Klima.

Die Ergänzung des Leihsystems Call-a-bike mit Elektro-Rädern schafft mehr Mobilität, besonders auch für ungeübte Radfahrer.

Der Einstieg von Daimler (“car2go”) oder der Bahn (“flinkster”) zeigt: Carsharing hat Zukunft. Die gemeinsame Nutzung von Fahrzeugen trägt zu einer effizienteren Mobilität bei, reduziert die Parkplatznot und kann den öffentlichen Verkehr gut ergänzen.

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