Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
21.07.2009

Zwischenlager für den ZOB?

Der Standort Hauptbahnhof muss auf Dauer beibehalten werden

Die Stadtverwaltung hat ein halbes Jahr vor der Schließung des jetzigen Zentralen Omnibusbahnhofes (ZOB) dem Gemeinderat ein nicht aus gegorenes Konzept vorgelegt, den ZOB als vorläufigen Fernomnibusbahnhof (FOB) auf zwei Standorte, Zuffenhausen und Untertürkheim, zu verteilen.
Die Planungen zum ZOB und jetzt zur Interimslösung zeigen, dass die Verwaltung eigentlich keinen Plan hat und getrieben ist von den Planungen der Investoren.
Der aktuelle Vorschlag des Verwaltungsbürgermeisters Klaus-Peter Murawski hat die Fraktion zum erneuten Nachdenken gebracht. Die Idee, auf das Gebiet der geplanten West-Erweiterung des Flughafens den ZOB von Stuttgart zu verlagern, hat einen gewissen Reiz. Da der Flughafen die Fläche wegen der dramatisch gesunkenen Fluggastzahlen nicht mehr braucht, könnte dies eine sinnvolle Nutzungsumwandlung sein.
Wir haben diese Idee in der Fraktion ausgiebig diskutiert, aber schließlich doch wieder verworfen. Ein Busbahnhof am Flughafen würde sicher in vieler Hinsicht Sinn machen, aber es ist bestimmt kein Ersatz für den ZOB Stuttgart. Ein ZOB gehört für uns weiterhin an die Drehscheibe des öffentlichen Nahverkehrs, an den Hauptbahnhof. Ein Interimsstandort gehört ebenfalls an eine Drehscheibe des öffentlichen Nahverkehrs, aber nicht so überstürzt. Harald Binder von Binder Reisen hat dies bestätigt: „Über 90 Prozent der Gäste haben zur An- und Abreise zu unserem Bus den ÖPNV genutzt. Dies ist auch überaus bequem, da ja der Hauptbahnhof Stuttgart von allen Teilen der Stadt und des Umlandes angefahren wird und dieser zentrale Punkt ohne Umsteigen erreicht werden kann.“ Für den Busunternehmer gehört der ZOB in die unmittelbare Nähe des Schienenbahnhofs. „Unsere Gäste können somit innerhalb kürzester Zeit, umweltschonend und bequem das umweltfreundlichste Verkehrsmittel, den Bus, erreichen.“
Ein anderer Aspekt, warum die Fraktion von der Idee wieder abgerückt ist, ist die Tatsache, dass ein Flughafen keine Drehscheibe eines nachhaltigen Verkehrskonzeptes ist und deshalb die Anlage eines FOB dort falsch ist.
Die Hektik der Stadtverwaltung führt nicht weiter. Auch wenn die Verhandlungen und Planungen mit der Aurelis ins Stocken geraten sind und es noch gar nicht festliegt, wie der Standort Vaihingen wirklich genutzt werden kann. Wohin mit den Bussen, wenn der neue FOB in Vaihingen noch nicht fertig ist? Die Lösung sieht die Verwaltung in zwei Interimsstandorten in Zuffenhausen und Untertürkheim. Wo welche Nutzungen des ZOB stattfinden sollen, ist aber auch noch nicht klar. Die Verwaltung will erstmal den Platz schaffen.
Der Bezirksbeirat Untertürkheim hat der Planung willig zugestimmt. Was auch verständlich ist, wird doch der Verkehr des Teil-FOBs über Hedelfinger Gemarkung abgewickelt. Und der Bezirksbeirat dort wird erst nächste Woche gehört, nachdem der Bezirksvorsteher dort Einspruch erhoben hat. Die Vorlage wurde aber schon mal beschlossen.

Basisdebatten im Erdgeschoss