
Die starke Zunahme der auf den Markt kommenden Stuttgarter Wohnbauflächen widerlege nach Ansicht der grünen Fraktion im Stuttgarter Gemeinderat die Horrorszenarien des Ersten Bürgermeisters über eine viel zu gering ausfallende Bereitstellung von Wohnbauflächen und damit einhergehende drastische Steuerausfälle.
Schon bei der Frage der demografischen Entwicklung wurde dargelegt, dass das Bevölkerungswachstum Stuttgarts längst nicht so stark zunimmt, wie von der Kämmerei zugrunde gelegt.
In der jetzt von Baubürgermeister Hahn angekündigten Zeitstufenliste Wohnen wird nun erneut ein enormes Potential an Wohnbauflächen im Bestand aufgelistet.
Der von den Grünen geforderte Verzicht von Wohnbebauungen auf der grünen Wiese erfährt so eindrucksvolle Bestätigung: Anstelle der in der Gemeinderatsdrucksache „Rücknahme von geplanten Baugebieten“ beschriebenen negativen finanziellen Folgen bleibe die Stadt im Besitz ihres Tafelsilbers, ihrer attraktiven Landschaft und sorge mit den unverbauten Flächen für ein gesundes Klima in der Stadt. Mit attraktiven Wohnungen im Innenbereich in einem lebendigen städtischen Umfeld und fußläufig zu Kitas oder Schulen kommt die Stadt den Anforderungen junger Familien nach. Und für die zukünftigen Mieter oder Eigentümer wird das Wohnen durch in der Regel geringere Erschließungskosten erschwinglicher.
Silvia Fischer, grüne Stadträtin: „Der Versuch, die Grünen als weltferne blauäugige Idealisten darzustellen, die Umweltschutz um jeden Preis betreiben und ökonomische Sachzwänge nicht in den Blick nehmen wollten, ist gescheitert. Es bewahrheitet sich jetzt, was wir lange gesagt haben und weswegen wir uns der Bebauung von Grünflächen oft und vehement widersetzt haben: Die Innenentwicklung bietet genügend attraktive Flächen für ein Wachsen mit Weitsicht.“
Die Grünen drängen weiter darauf, neben den erfreulicherweise wieder stärker in den Wohnungsbau investierenden Gesellschaften auch bessere Konditionen für Baugemeinschaften, Wohnvereine, private Wohnungsbaukooperativen und generationenübergreifende Wohnprojekte zu schaffen. Diese Gruppen hätten sich dem sozialen Miteinander und dem Gemeinwesen besonders verschrieben, ihre Unterstützung sei ein wirksames Instrument, um stadträumliche Qualitäten zu unterstützen.