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22.06.2010

Stuttgart 21 vor Sicherheit

Werner Wölfle: Ein Zukunftsprojekt sieht anders aus
Pressemitteilung

Nicht besonders überrascht sind die Grünen im Landtag darüber, dass das Bundesverkehrsministerium die Ausnahmegenehmigung für den Fildertunnel erteilt hat. Werner Wölfle: „Die enorme zeitliche Verzögerung für die Genehmigung weist aber darauf hin, dass die erheblichen Sicherheitsbedenken des Eisenbahn-Bundesamtes nicht ausgeräumt wurden. Um das Projekt ‚Stuttgart 21‘ nicht zu gefährden, hat sich das Ministerium am Schluss dann wortreich gebogen. Sicherheit lässt sich aber nicht biegen. Wir wünschen allen zukünftigen Passagieren, dass trotz der Mängel nichts passiert.“
Kein Verständnis findet Wölfle darüber, dass sich Minister Ramsauer leichtfertig über elementare Sicherheitsbedenken hinwegsetzt: „Offenbar sieht die Verbreiterung des Fluchtweges so aus, dass auf der falschen Seite des Gleises ein paar cm hinzugerechnet werden und der Zug trotzdem 10 cm in den Fluchtweg hineinragt. Diese ‚rein virtuelle‘ Einhaltung der Sicherheitsvorschriften zeigt, dass ‚Stuttgart 21‘ um jeden Preis durchgeboxt werden soll, schlimmstenfalls auch um den Preis der Sicherheit von Fahrgästen.“ Offenbar überhaupt nicht berücksichtigt hat das Ministerium die Auswirkungen der eingleisigen Streckenabschnitte und der nicht kreuzungsfreien Ausfädelungen auf den Betriebsablauf. Wölfe: „Die stümperhafte Planung dieses angeblichen Zukunftsprojektes führt nicht nur dazu, dass das S-Bahn-Angebot auf den Fildern ausgedünnt werden soll, sondern wird auch dazu führen, dass sich schon kleinere Verspätungen bei den RE- und ICE-Zügen der Gäubahn sofort auf das ganze Netz der Stuttgarter S-Bahn verlagern.“

Werner Wölfle

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