
Das Projekt Stuttgart 21 wird – sollte es eines Tages realisiert werden – den Stuttgarterinnen und Stuttgartern einiges abverlangen. Mehrjährige Großbaustellen ziehen unweigerlich Schmutz, Lärmemissionen und Verkehrsbe-einträchtigungen nach sich. Daher müssten – für die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat eine Selbstverständlichkeit – alle Anstrengungen unternommen werden, die Beeinträchtigungen weitestgehend zu minimieren und der Lebensqualität den Vorrang vor Wirtschaftlichkeitserwägungen des Bauherrn zu geben. Vor Jahren entwickelte Logistikkonzepte müssen nach Vorstellung der Grünen mit heutigen Maßstäben auf Grundlage der heutigen technischen Möglichkeiten überprüft werden.
Die Baulogistik für Stuttgart 21 im Bereich Wangen sieht nach der derzeitigen Lösung vor, dass die Stadt Stuttgart für die Bahn eine Straße baut, auf der dann der Abraum mit Lkws nicht ganz so dicht an Wangen wie auf den schon vorhandenen Straßen abtransportiert wird. Dafür werden andere Stadtbezirke durch die Lkw-Transporte beeinträchtigt. Diese Lösung halten die Grünen für nicht mehr zeitgemäß.
Sie verweisen statt dessen auf ein Konzept der Firma G.E.D., einem Anbieter von Logistik- und Entsorgungsdienstleistungen mit einem Schwerpunkt „schienengebundene Ver- und Entsorgung“. Das Konzept optimiert den Abtransport der bei Stuttgart 21 anfallenden Massengüter durch Bahntransport.
Werner Wölfle, Fraktionsvorsitzender der Grünen im Stuttgarter Gemeinderat: „Bei ca. 1.000 Tonnen Abraum pro Tag hat man die Wahl hat zwischen 20 Güterwagons auf der Schiene oder 40 Sattelzügen durch die Stadt. Wir Grünen ziehen die Bahntransporte vor, weil so die Stuttgarter weniger mit Lärm, Staub, Dreck und Staus belästigt werden.“
Das Konzept weist nach, dass eine nachhaltige Entlastung der Straße und damit verbunden die Vermeidung zusätzlicher Umweltbelastungen (Lärm, Feinstaub, etc.) möglich ist, wenn neben der C2 Fläche in Stuttgart-Nord, andere Umschlageinrichtungen für den Schienentransport genutzt werden können. Dies wäre z.B. in Stuttgart-Wangen möglich.
Auf dem städtischen Gelände an der Neckarwiesenstraße könnte der Umschlag mit Zwischenlager stattfinden. Auf dem vorderen Teil des Grundstückes plant die Stadt die Ansiedelung einer Bananenreiferei. Dahinter könnte der Abraum von Stuttgart 21 umgeschlagen und zwischengelagert werden.
Die lapidare Stellungnahme von OB Schuster auf ihren Antrag „Wangens Schotter auf die Schiene“ lässt keine Bereitschaft erkennen, die Belastung der Bürger einzuschränken.
Und „Mister 21“ Drexler läuft durch die Lande und verkauft als Wahrheit, „dass die Transporte bei S 21 auf bahneigenen Baustraßen zur zentralen Logistikfläche am Nordbahnhof erfolgen und dort auf die Schiene verladen werden.“
(Aus „Behauptungen und Wahrheit über Stuttgart 21“)