
„Die Katze ist aus dem Sack: Stuttgart 21 wird teurer. Bahnchef Grube weiß das. Er geht bereits jetzt, ohne allerdings konkret zu werden, von 40 Prozent Kostensteigerung aus. Das am besten gerechnete Bahnprojekt aller Zeiten entpuppt sich als ein ganz gewöhnliches Bubenstück: So werden ungeliebte Projekte billig gerechnet, um sie durchsetzen zu können, die Wahrheit kommt immer erst später auf den Tisch. Das funktioniert hier aber nicht: Von den Gutachtern Vieregg und Rössler sind seit langem sauber berechnete Kosten für den Tunnelbahnhof auf dem Tisch. Es wäre an der Zeit, dass sich Herr Drexler bei den Münchner Verkehrsexperten entschuldigt“, so Werner Wölfle, verkehrspolitsicher Sprecher der Grünen im Landtag. ‚Mr. Stuttgart 21’ weigerte sich allerdings, das Bekenntnis seines Bahnchefs nachzuvollziehen; der ‚Gesamtkostenrahmen’ werde nicht überschritten. Wölfle: „Im Nebelwerfen eine Eins!“
Wölfle weiter: „Wir wollen aber kein unbezahlbares Weihnachtsgeschenk, sondern die Zahlen von Herrn Grube, und zwar jetzt. Wir warnen davor, auf Zeit zu spielen und die wahren Kosten solange unter der Decke zu halten, bis der letztmögliche Zeitpunkt der Rückabwicklung verstrichen ist. Wir wollen eine sachliche und ausführliche Bewertung des Risikos, so dass ein Ausstieg aus dem Vertrag für die Vertragspartner und den sie tragenden Gremien möglich ist.“
Wenn Bahnchef Grube die derzeit laufende Werbekampagne für sinnlos hält, soll er sie stoppen, falls er sie zahlt. Wenn er sie nicht zahlt, wollen die Grünen wissen, auf wessen Kosten sinnlose Werbung für das Milliardengrab verbreitet wird, forderte Wölfle.
Werner Wölfle