Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
15.07.2009

Raus aus dem Hinterhof

Grüne unterstützen das Moscheebauvorhaben der Ahmadiyya Muslim Gemeinde in Zuffenhausen

Die Grünen im Stuttgarter Gemeinderat unterstützen das geplante Moschee-bauvorhaben der „Ahmadis“ in der Porschestraße in Zuffenhausen.
„Damit würde die Ahmadiyya-Gemeinde, die die erste bis heute genutzte Moschee in Deutschland gebaut hat, auch die erste Moschee in Stuttgart bauen, die sich nicht in einem Hinterhof befindet“, begrüßt Muhterem Aras, Fraktionsvorsitzende der Grünen, das Projekt. Stuttgart rühme sich gerne auf nationaler und internationaler Bühne wie in zahllosen Publikationen seiner Integrationspolitik. Einen Makel bilde die Tatsache, dass Stuttgart als eine der wenigen Großstädte bisher nur über sogenannte Hinterhofmoscheen verfüge.
Stuttgart ist eine Einwanderungsstadt. Erklärtes Ziel nach OB Schuster ist die gleichberechtigte Teilhabe der neuen Stuttgarterinnen und Stuttgartern mit Migrationshintergrund am gesellschaftlichen Leben der Stadt. Schätzungsweise 50.000 Stuttgarterinnen und Stuttgarter gehören dem Islam an – dieser bildet daher nach den beiden großen christlichen Konfessionen die drittgrößte Glaubensgemeinschaft. Die Ahmadiyya Gemeinde gehört zu den kleineren islamischen Gemeinden, die derzeit eine provisorische Unterkunft in Bad Cannstatt hat.
Die Grünen erkennen an, dass die kleine, mit 200 Plätzen maßvolle Moschee, modern und anspruchsvoll gestaltet werden soll, und teilen die Auffassung des Stadtplanungsamtes, dass reine Wohnbebauung am vorgesehenen Standort – wie von Vertretern des Bezirksbeirats Zuffenhausen ins Spiel ge-bracht – ausscheide. Zudem würdigen sie die Bereitschaft der „Ahmadis“, mit dem geplanten Neubau auch eine Plattform für den interkulturellen und interreligiösen Dialog zu initiieren.
„Nachdem in der Vergangenheit gute Erfahrungen mit dem Verein gemacht wurden, nachdem keine planungsrechtlichen Einwände bestehen und der Integrationsbeauftragte überzeugt ist, dass mögliche Bedenken der Anwohner und des Bezirksbeirats ausgeräumt werden können, solle der Gemeinderat jetzt schnell den Weg frei machen“, so Muhterem Aras.

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