
Auf die Baufelder zwischen Heilbronner und Wolframstraße baut die Firma ECE Projektmanagement GmbH & Co. KG (Geschäftsführer Alexander Otto) eine Shopping Mall. Das Projekt ist für die Stadt zu groß, zieht zu viel Kaufkraft und Autoverkehr an und widerspricht dem angeblich von allen gewünschten Leitbild der belebten europäischen Stadt hinter dem Hauptbahnhof.
Die nötigen Ausnahmegenehmigungen vom Bebauungsplan hat der Oberbürgerbürgermeister gegen schwerwiegende Bedenken und den Willen der Gemeinderatsmehrheit erteilt.
Der Wettbewerb “Quartier am Mailänder Platz” wurde nun entschieden. Doch zur Entscheidung stand keinesfalls die Shopping Mall selbst, ihre Größe und ihre Verträglichkeit mit dem Umfeld. Der Plan der eigentlichen Handelsnutzung konnte von den Preisrichtern nicht einmal eingesehen werden. Diskutiert werden konnte lediglich darüber, wie Wohnungen und Hotel auf dem Dach der Mall angeordnet werden und wie die Fassaden gestaltet werden. Begutachtet wurden die Sahnehäubchen auf dem riesigen Klumpfuß. Auch die Frage der Verbindungsstege zwischen den Gebäudeblöcken wurde vom Auslober keinen Moment zur Disposition gestellt – für die Preisrichter der Grünen eine zentrale Voraussetzung dafür, ob das Quartier um den Mailänder Platz einst Teil einer “Lebendigen Stadt” sein wird.
“Lebendige Stadt” ist auch der Name einer ECE-nahen Stiftung. Wenn es sich nicht um ein trojanisches Pferd handelt, müsste sich eine Stiftung mit diesem Namen dafür einsetzen, dass das Projekt in seiner nun geplanten Größe nicht umgesetzt wird.
Mit ihrer Kritik stehen die Grünen nicht allein: Eine Arbeitsgruppe des Städtebauausschusses hatte sich im Vorfeld äußerst kritisch gegen das Projekt gewandt.
Die Vertreter der Grünen im Preisgericht des Wettbewerbs und die grüne Fraktion erneuern ihre Bedenken. Sie haben dem ausgewählten Entwurf deshalb auch nicht zugestimmt.
Michael Kienzle, Peter Pätzold, Werner Wölfle