Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
31.07.2009

Neues von Frankenbergs Laienspielschar

Dem leidgeprüften Verwaltungsrat der Württembergischen Staatstheater Stuttgart schickte Oberspielleiter Prof. Frankenberg mit Datum 29.07.2009 ein „Formblatt zur Stimmabgabe“ im Umlaufverfahren zu. Darin bittet er die Verwaltungsratsmitglieder mal eben, dem Einbau der Studiobühne in das Probenzentrum am Löwentor fraglos und stumm zuzustimmen. Und zwar fix bis zum 05.08.2009, denn spätestens bis zum 14.08.2009 muss der Vertrag notariell bekundet sein.
Das Vorhaben kostet 5 Millionen Euro und führt zu Mietverpflichtungen über 25 Jahre, ein Vierteljahrhundert! Und dann fallen noch Zusatz-Mietkosten über 390.000 Euro sowie Ausstattungskosten von 600.000 Euro an, welche Stadt und Land tragen sollen. Niemand sagt und niemand weiß, woher das Geld kommen soll. Im Rathaus wurde dergleichen weder diskutiert noch ist es in Sicht.
Frankenbergs Inszenierung der Komödie „Die Intendantensuche“ war schon ein toller Erfolg im Landes-Hoftheater. Im Landtag bekam er dafür Standing Ovations seiner CDU und darf, im Gegensatz zum Operndirektor, im Amt bleiben. Deshalb bringt er nun wohl eine weitere Komödie auf die Bühne, in der dem Verwaltungsrat wiederum die Rolle des Hanswursts zugedacht ist.
Den Verwaltungsrat, den er zum 27.07.2009 eingeladen hatte, lädt er wieder aus. Um ihn dann zwei Tage nach dem abgesagten Termin schriftlich zu einer Verpflichtung zu nötigen, die niemand in ihren Folgen nachvollziehen oder bezahlen kann: So kann man erfolgreich Heizdecken verkaufen – ein Staatstheater sollte man so nicht führen.
Und dann hat der Minister auch noch vergessen, dass inzwischen ein neuer Gemeinderat gewählt wurde, dass es den Hanswurst Verwaltungsrat in der alten Zusammensetzung gar nicht mehr gibt, dass der erst wieder neu zusammengesetzt werden muss.
Wenigstens das hätte ihm der Oberbürgermeister mitteilen können. Der müsste vor allem seinem Gemeinderat endlich mitteilen, wie er die in Aussicht gestellten Investitionen von der Probebühne bis zum Rosensteintunnel, vom Stadtmuseum über das Planetarium bis hin zu den überfälligen Schulsanierungen und der John-Cranco-Schule eigentlich finanzieren will. Liest der Oberbürgermeister die eigenen Vorlagen nicht – oder hat er eine Gelddruckmaschine im Keller?
Michael Kienzle, Vertreter der grünen Gemeinderatsfraktion im Verwaltungsrat, hat dem Umlaufverfahren förmlich widersprochen und es damit beendet.

Michael Kienzle, Werner Wölfle

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