
Die Überraschung war auch bei den GRÜNEN groß. Finanzbürgermeister Michael Föll ist seit dem 14. Juli im Beirat des Baukonzerns WOLF & MÜLLER tätig. Das Unternehmen ist in Stuttgart nicht unbekannt, sondern ein wichtiger Geschäftspartner der Stadt bei zahlreichen Bauprojekten – ob nun bei S 21 oder dem Mineralbad Berg. „ Bei diesen starken Verbindungen zwischen Kommune und Unternehmen verbietet sich eine Beratertätigkeit von selbst. Aber Herr Föll ist noch nie durch seine besondere Sensibilität in der Trennung von Amtsgeschäften aufgefallen, “ so die Fraktionsvorsitzende Muhterem Aras, „es gibt unverfänglichere Wege den Kontakt zu Firmen in der Region zu halten.“
Von den Politikern des Gemeinderates wird umfassende Transparenz über alle Nebeneinkünfte gefordert. Sie alle verpflichten sich dem Ehrenkodex des Gemeinderates, der auch für die Arbeit in Aufsichtsräten gilt. Diese Transparenz muss auch für die Bürgermeister gültig sein, schließlich arbeitet die Stadtverwaltung nach den Public Corporate Governance-Richtlinien.
Fraktionsvorsitzender Werner Wölfle fordert: „Wir möchten Auskunft über die von OB Schuster genehmigten Nebentätigkeiten der Bürgermeister und welchen Betrag sie für ihre Arbeit erhalten.“
Die Frage, warum der Finanzbürgermeister so plötzlich und unvorbereitet für Alle den Vorsitz des Vergabeausschusses der SWSG abgibt, ist beantwortet. Damit sollte wohl der öffentlichen Diskussion aus dem Weg gegangen werden – doch so einfach machen die GRÜNEN es Herrn Föll nicht.
Muhterem Aras, Werner Wölfle