Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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02.06.10

Es blüht so selten in der Stadt

Kleinbiotope nicht ohne Not abrasieren
Pressemitteilung

Stadträtin Thekla Walker kann kein Verständnis dafür aufbringen, dass viele Kleinbiotope in der Innenstadt verfrüht abgemäht wurden: „Das Amt für Umweltschutz appelliert durch eine Kampagne an alle Hobbygärtner, Gärten- und Wiesenbesitzer, den Rasenmäher noch bis zum Frühsommer, bis die Wildblumen und -kräuter geblüht haben, in der Garage zu lassen – die Mitarbeiter des Gartenamts wurden aber früh losgeschickt, für ‚ordentliche Verhältnisse’ auf unseren Verkehrsinseln zu sorgen, und haben die wunderschönen Wildblumen schon längst abgemäht.“
Viele Insekten hätten in der Stadt inzwischen ein Problem, ausreichend Nahrung zu finden. Auf Feldern und Wiesen, öffentlichen Flächen und in Gärten blühe es immer weniger. Dabei seien Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und viele andere Insekten unersetzlich, als Blütenbestäuber sorgten sie für die Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Walker: „Gerade weil die Artenvielfalt allgemein als bedroht gilt, hat die Stadt Stuttgart erst vor wenigen Wochen die Deklaration für ‚die biologische Vielfalt in Kommunen’ unterzeichnet.“
In den Städten bieten Parks, Friedhöfe, Verkehrsinseln und Straßenbegleitgrün sowie Straßenränder und Böschungen ein riesiges Potential an wertvollsten Naturschutzflächen. Durch eine entsprechende Planung, Anlage und Pflege könnten die Bedürfnisse von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und zahlreichen anderen Kleintieren gut abgedeckt werden. Kleine Veränderungen in der Pflege hätten oft einen großen Effekt auf die Tierwelt. In den vergangenen Jahren hat Stuttgart bereits an einigen Stellen gezeigt, wie man Verkehrsinseln so anlegen kann, dass sie der Artenvielfalt dienen.
Nun wurden in diesem Jahr bereits im Mai viele Verkehrsinseln in der Innenstadt auf der Theodor-Heuss-Straße, der Konrad-Adenauer-Straße, der Hauptstätter Straße und Teilen der Holzgartenstraße weit vor der Zeit gemäht. „Der eigentliche Effekt, der Anlage und Pflege dieser Verkehrinseln als Nahrungsgebiete für Insekten, wurde damit zunichte gemacht.“
Doppelt unverständlich sei, dass das Garten-, Forst- und Friedhofsamt stets betone, wegen den Sparmaßnahmen viele Leistungen nicht mehr erbringen zu können. Walker: „Heute war zu lesen, dass das Amt weniger Geld für Blumen im Höhenpark Killesberg zur Verfügung habe und dort laut Amtsleiter zukünftig merklich weniger blühen würde. Hätte er sich die frühe Mahd gespart, wäre das nicht nur ökologisch besser gewesen, sondern er hätte auch die eine oder andere Blume mehr im Park erblühen lassen können.“

Theodor-Heuss Straße gemäht

Der unnötig gemähte Mittelstreifen in der Theodor-Heuss Straße.

Thekla Walker

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