
Naturpädagogin
Jahrgang 1969
Beruflich habe ich mich immer vielseitig orientiert und weitergebildet. Nach meinem Studium der Geschichte und Amerikanistik war Presse- und Öffentlichkeitsarbeit jahrelang mein Hauptberuf. Nach weiteren Ausbildungen zur Waldorf- und Naturpädagogin arbeite ich nun als selbstständige Naturpädagogin, mein Traumberuf, weil er zum einen in der pädagogischen Arbeit mit Kindern besteht und mich zum anderen immer wieder in die schöne Natur rund um Stuttgart führt. Ich lebe mit meinem Mann und meinen beiden Kindern, die die Freie Waldorfschule am Kräherwald besuchen, im Stuttgarter Norden. Von hier aus machen wir viele Ausflüge mit dem Rad und sind am Wochenende oft rund um das Bärenschlösschen und im Glemswald unterwegs. Abends und an freien Tagen genieße ich gerne mit Freunden das kulturelle Angebot der Stadt und gehe ins Theater, schaue einen Film in einem der Innenstadtkinos an, oder besuche eine neue Ausstellung. Wenn ich Zeit zum Abschalten brauche, gehe ich vor allem spazieren, besonders gerne rund um den Bismarckturm und auf den Wiesen der Feuerbacher Heide. Unglaublich, welche Artenvielfalt an Vögeln, Wiesenblumen, Kräutern und Insekten es dort gibt und das alles so nah an der Stadt. Danach weiß man wieder, wofür man eigentlich arbeitet.
Die Anforderungen an Bildung und Erziehung haben sich gewandelt. Es geht nicht allein um die Vermittlung von Wissen. Die Schule ist zu einem Lebensraum geworden, an dem Bildung und Erziehung, Integration und Sozialisation gleichermaßen an Bedeutung gewonnen haben.
In diesem Sinne muss Bildungspolitik eine kommunale Kernaufgabe sein, weil vor Ort im Diskurs mit allen am Bildungsprozess Beteiligten Bildung und Erziehung am besten gestaltet werden können. Dazu gehören neben den offiziellen Vertretern vor allem Eltern und Schüler. In der Ausstattung und Konzeption der Schulen und Kindergärten für die Ganztagesbetreuung brauchen wir einen gewaltigen Qualitätssprung, der jetzt mit allen Mitteln auf den Weg gebracht werden muss.
Der Schutz der Natur und Artenvielfalt sowie eine Städtebaupolitik, die auf die besondere klimatische Lage der Stadt Rücksicht nimmt, ist ein weiterer Aspekt der Kommunalpolitik, der mir am Herzen liegt. Damit Stuttgart mit seinem Talkessel und den durchgrünten Halbhöhenlagen auch in Zukunft genügend frische und saubere Luft erhält und damit für Menschen, Tiere und Pflanzen lebenswert bleibt.
Stuttgart 21 ist für alle Stuttgarter ein Reizthema. Besonders aber für den Stuttgarter Norden hätte die Durchsetzung des Projekts nachhaltig negative Konsequenzen. Eine zehn Jahre andauernde Bauzeit mit erheblichen Verkehrsbelastungen durch LKWs und der damit einhergehenden Feinstaubbelastung, von den Umleitungen des üblichen Verkehrs durch den Norden gar nicht zu reden, geht weiter über jedes Maß des Erträglichen hinaus. Im Info-Laden “Auf der Prag” (Eckartstraße 2) kann man derzeit eine Ausstellung besichtigen, die das ganze Ausmaß dieser Baustelle für den Norden zu dokumentieren versucht. „1000 LKW pro Tag?!“, sprechen für sich.
Frische und kalte Luft ist gerade in Zeiten des Klimawandels – durch den es in der Stadt heißer und stickiger wird – lebenswichtig. Stuttgarts Grüngürtel sind für den Transport der Luft unbedingt notwendig. Von der Feuerbacher Heide entlang der Thomastraße über den Killesbergpark bis nach Bad Cannstatt erstreckt sich ein solcher Grüngürtel, der zur Bebauung freigegeben werden soll. Es kann nicht angehen, dass wiederum kurzfristige wirtschaftliche Interessen gegen den Schutz unserer Lebensgrundlagen ausgespielt werden. Die Frisch- und Kaltluftschneisen müssen konsequent freigehalten werden. Zahlreiche alte Bäume und ein städtisches Biotop mit vielen Tier und Pflanzenarten werden es uns danken.