
Stadtplanerin
Jahrgang 1958
Meine Jugendzeit habe ich in Bad Cannstatt verbracht, den Neckar und den Kursaal immer geliebt. Der starke Wunsch zu gestalten und die Defizite eines Neubaugebiets hautnah erfahrend, veranlassten mich nach meinem Abitur am Elly-Heuss-Gymnasium Architektur an der Universität Stuttgart zu studieren. Dort entfaltete sich meine Leidenschaft für die Stadtplanung.
Zunächst selbstständig als freie Mitarbeiterin, beriet ich acht Jahre lang Kommunen zu den Themen der Stadterneuerung und -gestaltung. Dann der Wechsel zur öffentlichen Verwaltung: acht Jahre Stadtsanierung bei der Stadt Stuttgart, seit 2000 Stadtplanerin in Leinfelden-Echterdingen. Während dieser Zeit habe ich mit anderen ökologisch Handelnden als Baugemeinschaft die alte Schnapsfabrik umgebaut. Mit Blockheizkraftwerk, Regenwassernutzung sowie drei Sozialwohnungen.
Nach spannenden Jahren im Stuttgarter Süden, auch als Bezirksbeirätin für die Grünen, zog es mich 2003 mit meinem Partner in ein kleines Häuschen nach Weilimdorf. Wir leben gerne im Wolfbusch, den wir mit seinem fast dörflichen Charme und den tollen Nachbarinnen und Nachbarn sofort ins Herz geschlossen haben. Neben der Arbeit kümmere ich mich um meine pflegebedürftige Mutter, unterrichte an der Universität Stuttgart Stadtplanung, betreibe sanfte Selbstverteidigung im Verein. Wenn dann noch Zeit ist, male ich.
Stuttgart für alle Alters- und Einkommensgruppen in Sinne des “gender mainstreaming” lebenswerter und attraktiver zu gestalten, sehe ich als meine persönliche Herausforderung an. Mit ganzer Kraft, Kreativität und meinem Fachwissen als Stadtplanerin möchte ich mich dafür einsetzen. Meine besonderen Schwerpunkte liegen im Bereich des alternativen Wohnens für Jung und Alt, dem Gestalten des öffentlichen Raums, der Wasser- und Energiewirtschaft sowie dem öffentlichen Nahverkehr. Bei all diesen Themen Ökologie und Ökonomie Ziel führend zu verknüpfen und dadurch Ressourcen zu schonen, sind für mich als Schwäbin selbstverständlich.
Das viele “sauer verdiente” Geld (Steuergelder) möchte ich nicht für Stuttgart 21 ausgegeben sehen. Nein! Neben all den verkehrspolitischen Nachteilen profitieren hier nur große Firmen und Aktionäre. Auch die prophezeite schwarze Null nach Projektabschluss wird nicht aufgehen. Ich bin für den Einsatz dieser Steuergelder in den verschiedenen Stadtteilen, für Baumaßnahmen zum Vorteil der Bevölkerung vor Ort, wo viele bestehende städtische Gebäude nach Sanierung schreien. Zum Vorteil des Handwerks, des Mittelstandes. Die bevorzugte Behandlung der Magistralen gehen zu Lasten der regionalen Entwicklung des öffentlichen Nahverkehrs. Deshalb mein Ja zum Kopfbahnhof.
Nachdem ich in verschiedenen Stadtteilen gelebt habe, sehe ich mich zunächst als Stuttgarterin. Das vernetzte Denken und die Kenntnisse der Problemstellungen der verschiedenen Bereiche erleichtern mir, kreativ mit einzelnen Fragestellungen der verschiedenen Stadtteile umzugehen.
Im Norden bewegen mich insbesondere die starken Lärmbeeinträchtigungen von Zuffenhausen bis Hausen. Auch die Errichtung bzw. Erhaltung von Gemeinbedarfseinrichtungen, insbesondere für die Jugend, sind mir ein Anliegen. Den demografischen Wandel vor Augen, möchte ich mich jedoch genauso für eine seniorengerechte Gestaltung der nördlichen Stadtteile einsetzen. Angebote der kurzen Wege sind unerlässlich.