
von Dr. Michael Kienzle 15.06.10, 15:58 Uhr
Keine Kopie des leblosen Bankenviertels hinter dem Hauptbahnhof, sondern ein lebendiges Stadtquartier mit einem Wohnanteil von 50 Prozent lautet die Forderung der Grünen. Büros gibt es in der Innenstadt schon genug und auf dem Gelände A1 bietet sich die Gelegenheit, mit den Investoren zu verhandeln und ihnen den höheren Wohnanteil schmackhaft zu machen. Der Gemeinderat hat einem Einkaufszentrum mit 50000 Quadratmeter bereits eine Absage erteilt, da es der Stadtentwicklung mehr schaden als nutzen würde.
Wie ein totes Stadtviertel aussehen kann, sieht man am Bankenviertel hinter dem Hauptbahnhof. Dahinter ragt der Rohbau der neuen Bibliothek wie ein Mahnmal aus dem Brachland hervor. Damit dies nicht so bleibt, wollen wir aus dem citynahen Quartier einen lebendigen Stadtteil mit einer hohen Lebensqualität entstehen lassen. Ästhetische und ökologische Architektur, Kinderbetreuung und Kinderspiel- und Sportplätze müssen selbstverständlich sein.
Wohnungen, Restaurants und Dienstleister sollen den urbanen Charakter prägen. Besonders die Läden und Cafés in den Erdgeschossen sollen für Leben sorgen. Auf die meisten Stellplätze kann verzichtet werden, da Hauptbahnhof und U12 quasi ums Eck liegen. Ein kleineres Einkaufszentrum mit maximal 35 000 Quadratmetern für den ans Umland verloren gegangen Einzelhandel wäre akzeptabel. Aber nicht als geschlossene Shopping Mall, sondern als Verkaufsflächen, die auf mindestens drei Baukörper verteilt und nach außen geöffnet sind. Wer fährt schon gerne wegen eines Regals zum unmöglichen Möbelhaus aufs Land?
Damit das neue Viertel und die Bibliothek mit der Innenstadt lebendig verknüpft werden, sind neue Fußgängerüberwege von und zum Hauptbahnhof notwendig. Es wird Zeit, dass die Fußgänger aus ihrer Verbannung in die Tiefen der Klettpassage herausgeholt werden.
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