
von Werner Wölfle 19.11.09, 13:44 Uhr
Die Anzeichen mehren sich, dass langsam auch die so genannten Experten einsehen, dass Stuttgart 21 unbezahlbar wird. Bahnchef Grube weiß inzwischen, dass S 21 deutlich teurer wird. Sogar Ministerpräsident in spe Herr Mappus ist nicht mehr bedingungslos bereit, alles Landesgeld bei S 21 zu versenken.
Hinzu kommt, dass immer mehr Planungsfehler bekannt werden. Der Tunnel zwischen Echterdingen und Leinfelden ist 40 cm zu eng. Wir haben Hinweise darauf, dass dieser Tunnel für den Mischverkehr zu eng ist. Hier bleibt S21 im Tunnel stecken.
In dem 614 Meter langen Tunnel fuhr bisher ausschließlich die S-Bahn. Wenn es nach dem Willen der S21–Planer geht, sollen hier auch die Regional- und Fernzüge durchbrausen. Gemäß den Richtlinien des Eisenbahnbundesamtes (EBA) müsste er 9,40 Meter breit sein. Tatsächlich ist er aber nur 9 Meter breit. Das zuständige EBA teilte auf Anfrage mit, dass eine abschließende Aussage zu der Tunnelbreite derzeit noch nicht erfolgen könne, da das Verfahren noch nicht abgeschlossen sei.
Wenn unser Verdacht zutrifft, bleibt wohl nur die Möglichkeit, den Tunnel mit immensem Aufwand zu verbreitern oder die Sicherheit zu vernachlässigen. Jetzt ist man auch in Leinfelden-Echterdingen hellhörig geworden und will die Sache vor Beginn des Planfeststellungsverfahrens von externen Experten prüfen lassen.
Eng werden könnte es auch zwischen Rohr und Flughafen. Hier warten die S21 Planer schon seit eineinhalb Jahren auf eine Sondergenehmigung, weil die Gleise für den Fernverkehr zu nah beieinander liegen. Falls diese Genehmigung nicht kommt, schlägt allein der Ausbau der Strecke für den Fernverkehr mit 100 Mio. Euro zu Buche. Ursprünglich waren dafür zusammen mit dem Airport-Bahnhof nur 10 Mio. Euro vorgesehen. Also ziemlich viel Pfusch für ein auf hundert Jahre ausgelegtes zukunftsweisendes Bahnprojekt.
lieber werner,
mensch ihr seid wirklich nicht zu beneiden mit diesem irrsinnsprojekt s21,
ich hab ja verwandte im remstal und fahr öfters von region göttingen über umsteige in stuttgart, ich komm wunderbar aus mit dem jetzigen bhf und brauch kein s21…..viel kraft fürsweiterkämpfen….
gegen den ollen sturkopp ob schuster…
Also, ich weiss wirklich nicht, was die Grünen eigentlich so grundsätzlich gegen S21 haben. Ist das die alte “Fundamentalopposition?
Eigentlich ist S21 doch ein grünes Projekt: Förderung des öffentlichen Verkehrs, hier des Bahnverkehrs, um die Leute vom Auto und vom Flugzeug wegzuholen. Es reicht doch nicht aus, den öffentl. Nahverkehr zu fördern. Wie soll ich denn von Ulm nach Paris oder von Karlsruhe nach Wien kommen (oder nach Preßburg, auch da wollen welche hin ;-)), wenn es nur die Eisenbahnstrecken des 19. Jh. gibt? Da werd’ ich doch fliegen oder mit dem Auto fahren!
Wäre es nicht auch für die Grünen mal an der Zeit, sich kritisch in das Projekt einzubringen und mit zu gestalten anstatt “mit geschlossenen Augen” gegen alles zu sein?
@ Til Spiegel: sie scheinen da etwas falsch verstanden zu haben. Die GRÜNEN sind allein gegen das Verbuddeln des Hauptbahnhofes, den Ausbau der Magistrale als solches befürworten die GRÜNEN.
Es ist sicher richtig, viel Geld in die Verkehrsinfrastruktur zu setzen. Der Anreiz zum Umsteigen von Flugzeug und Auto erfolgt durch Fahrzeitverkürzungen. Die werden allerdings NICHT erreicht, indem man den Bahnhof verbuddelt, sondern in dem die Strecken ausgebaut werden. Deswegen befürworten die GRÜNEN auch den Ausbau der Strecke Ulm-Wendlingen. DIESER Ausbau wird nämlich die Fahrzeitgewinne hereinbringen.
EIN KLEINES RECHENBEISPIEL:
Der Umbau des Bahnhofs macht rein rechnerisch gerade mal 8 Minuten aus, Ulm Geislingen jedoch 36 min. Fahrzeitverkürzung. Nimmt man die offiziellen Zahlen kostet die Minute Fahrzeitverkürzung durch die Strecke Ulm-Wendlingen knapp 60 Millionen Euro pro Minute, die Fahrzeitverkürzung durch das Umbuddeln des Hauptbahnhofes jedoch über 500 Millionen Euro pro Minute.
Die Kosten für den Umbau des Hauptbahnhoes stehen in keinem Verhältnis zu den Fahrtzeitgewinnen.
Mit dem heutigen symbolischen Baubeginn zu S 21 steigert sich mein Unmut langsam ins Unermessliche? Was ist die Demokratie wert, wenn die Meinung der Mehrheit der Bevölkerung einfach übergangen wird? Die Landesregierung sollte sich klar vor Augen halten, dass das Volk ihr die Legitimation zum Regieren VERLIEHEN hat und somit doch zumindest ein Stück eit auch der Wille des Volkes umgesetzt werden sollte.
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