Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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Nicht noch mehr Spielhallen!

von Peter Pätzold 27.04.10, 11:37 Uhr

Zockerparadiese verändern Einkaufsstraßen negativ
Spielhallen sind in den Einkaufsstraßen und Zentren auf dem Vormarsch. Statt Obst- und Gemüsehändler sehe ich immer mehr Spielautomaten. Die Zahl der Geldgewinnautomaten hat sich in den letzten Jahren bundesweit vervielfacht. 1999 gab es in Stuttgart gerade 13 solcher Betriebe, mittlerweile lassen sich über 80 zählen. Sie drängen jetzt stark in die Kerngebiete, in denen sie als Vergnügungsstätten auch nach dem Gesetz zulässig sind. Um diesem Treiben Einhalt zu gebieten, fordern die Grünen von der städtischen Verwaltung die dringend notwendige Überarbeitung der Vergnügungsstättensatzung.
Besonders seit der Novellierung der Spielhallenverordnung 2006 kann man mit Spielhallen viel Geld verdienen. Immer öfter verdrängen sie die Geschäfte für die Dinge des täglichen Lebens und zerstören die gewachsene Struktur von Einkaufsstraßen. Die Gewinnspanne ist ungleich höher als beispielsweise für Lebensmittel und mancher Hausbesitzer kann der Versuchung einer wesentlich höheren Mieteinnahme nicht widerstehen.
In Möhringen beispielsweise drängen gleich drei neue Spielhallen in den Ortskern und geben diesem ein anderes Gesicht. In Bad Cannstatt hat das Verwaltungsgericht glücklicherweise der Umwandlung der Seelbergstraße in eine „Spiel-Straße“ Einhalt geboten. Ein Lichtblick am Horizont der sonst schwierigen Versuche, die Flut der Spielhallen zu stoppen.
Wir geben den Kampf gegen die Profiteure der Spielsucht nicht auf. Eine einheitliche Regelung, wie die Stadt Anzahl und Lage von Spielhallen begrenzen und steuern kann, ist dringend erforderlich. Örtliche Satzungen könnten hier schnell Abhilfe schaffen. Einige Städte wie Ludwigsburg haben damit schon angefangen. Auch unsere Stadt muss es uns wert sein, hier endlich klare Regeln zu schaffen.

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1 Kommentar

1 Friedrich J. König | 25.05.10, 18:21 Uhr

Auch in Untertürkheim eine ganz schlimme Entwicklung! In meinem unmitelbaren Wohn-/Arbeitsumfeld im Ortszentrum befinden sich zwischenzeitlich mehr als 6 Spielhallen und Wettbüros.
Das Ortszentrum hat sich die letzten 25 Jahre zu einer lautstarken nächtlichen Vergnügungsmeile entwickelt. -Speziell am Wochenende. Laute Live Musik bis nach 3Uhr in der Frühe und alltägliche Rangeleien im unmittelbaren Umfeld der zahllosen KebabBuden tun das Übrige.
Ab 22Uhr ist Ohropax angesagt! Das Polizeirevier wurde sicher zur Freude der
einschlägigen Gewerbetreibenden zur Revierstation zurückgestutzt. Ich bin gespannt, wann der Bezirksbeirat in Ut aus seinem Dornröschentiefschlaf erwacht!

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