Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
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Lust auf Kultur VIII - Theaterleute verdienen zu wenig

von Andreas G. Winter 28.05.09, 12:10 Uhr

Der OB hat eine rhetorische Anfrage – “stimmt das denn, was wir gehört haben, den Theaterleuten geht es schlecht?” - beantwortet mit - : “Ja, es stimmt!” Die SPD, bei der man das Wort Kultur im Wahlprogramm nicht findet, will sich kundig machen. Das freut uns, denn wir brauchen kundige Kolleginnen und Kollegen auch in den anderen Fraktionen!

Ein aus der Ukraine kommender Kollege erzählte mir einmal, dass er als Professor für Klavier an der dortigen Musikhochschule immer weniger verdient habe, weit unter den Gehältern der Verwaltung. Und er fügte auch hinzu, warum das geht. Er unterrichtet leidenschaftlich gerne und lebt und arbeitet für diese Professur. Er muss einfach. Wie hat Arnold Schönberg einst formuliert: „Kunst kommt nicht von Können, sondern von Müssen!“ Können vorausgesetzt. Dafür nimmt er auch Umstände auf sich, die sonst zu sofortiger Arbeitsniederlegung führen würde. Diese Ausbeutung geht überall. Nicht nur in der Ukraine. Wir schmücken uns mit einem reichen Kulturangebot in Stuttgart. Doch wie angesichts immer knapperer Haushaltsmittel kann da Abhilfe geschaffen werden.

Eine bessere Öffentlichkeitsarbeit für Kunst und Kultur, wie immer wieder und im Kulturplenum gefordert, kostet im Vergleich wenig und muss als Erstes bei den kommenden Haushaltsberatungen umgesetzt werden. Trotz unseres Antrags findet sich auf der Internetseite von www.stuttgart.de keine vernünftig strukturierte Kulturinformation. Die Kultursäulenregelung ist für viele kleinen Theater und Veranstalter nicht befriedigend. Für Touristen ist es nicht möglich, einen vernünftigen Überblick über die Kulturlandschaft Stuttgarts und die Veranstaltungen des nächsten oder übernächsten Monats zu bekommen. Ja, es gibt Hochglanz, aber der ist nicht tagesaktuell und nützt den kleinen Theatern nicht. In den nächsten Haushaltsberatungen will ich darauf dringen, dass hier Abhilfe geschaffen wird. Das gehört mit zur Kulturvermittlung oder ist eigentlich eine Kernaufgabe.

Und: Das sind keine Almosen für notleidende Künstler sondern ist Förderung des Ansehens einer Landeshauptstadt.

Was ich heute mache: Nach unserer Fraktion, die sich heute trotz Ferien trifft, gönne ich mir einen Theaterbesuch. Wut. Umstrittener Film gewesen, jetzt als Bühnenfassung im Staatstheater, Schauspiel, 19.30Uhr. Na denn.

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