
von Werner Wölfle 20.03.09, 14:31 Uhr
In den bundesdeutschen Innenstädten tobt die Center-Manie. So soll auch eine Shopping Mall auf dem „Stuttgart 21“-Gelände gebaut werden. Ein Zentrum neben dem Zentrum mit einem Riesen Parkplatz (2100 Plätze), das die Kunden von der Innenstadt fernhält.
Ich stelle mir eine lebendige Stadt anders vor: Mit einem Mix von Wohnungen, Geschäften und Büros, Kneipen und Restaurants, Schulen und Kultureinrichtungen, die mit dem Nahverkehr gut zu erreichen sind. Aber zu oft mieten sich Einzelhändler, gelockt von schnellen Umsatzsteigerungen, in die neuen Zentren ein, anstatt neue Konzepte zu entwickeln, die die lebendige Vielfalt sichern. Langfristig veröden so die Innenstädte. Selbst in den USA wird versucht, die öden Zonen wieder zu beleben. Die Shopping Malls haben sich als Sackgasse erwiesen.
In Deutschland versucht vor allem Alexander Otto, Entwickler und Betreiber etlicher Einkaufsmeilen, weitere attraktive Standorte zu finden. Dazu betreibt er die mit viel Geld ausgestattete Stiftung „Lebendige Stadt“, in der auch unser OB im Stiftungsrat sitzt.
Wir Grünen werden mit allen Mitteln gegen diese zweite Gefährdung der Stadt kämpfen. Mit viel Stuttgarter Geld wird dort bereits die städtische Bibliothek gebaut, weil sie als ein Magnet gegen die Bürotristesse des bisherigen Bankenviertels wirken soll. Wir wollen öffentliches Leben und keine privat bewachten Konsumflächen.
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