
Das Junge Ensemble Stuttgart (JES) hatte bei seiner Gründung vier städtische Mitarbeiter des ehemaligen „Theaters im Zentrum“ zu übernehmen. Ein Jahr nach Aufnahme des Spielbetriebs im Jahre 2005, meldete das Kulturamt eine dieser Stellen, die für die Bühnen und Lichttechnik, zur Streichung an. Es erfolgte ein KW-Vermerk. Diese Streichung soll nun zum Jahresende vollzogen werden. Das JES ist eine ganz außerordentlich erfolgreiche Neugründung mit starker Unterstützung des Gemeinderats und der Kulturverwaltung. Es erfüllt alle Ansprüche an ein zeitgemäßes, interkulturelles Kinder- und Jugendtheater. 700 theaterpädagogische Angebote und 360 Vorstellungen pro Jahr zeugen davon, die Auslastung liegt bei 93%. Internationale Kooperationen und Einladungen sowie die Verleihung des renommierten Theaterpreises „Faust“ belegen die herausragende Qualität der Arbeit dieses jungen Ensembles. Auch die neuste Produktion „Nach Schwaben, Kinder!“ erregte wieder Aufsehen. Soeben wurde das JES vom renommierten Theatermagazin „Die Deutsche Bühne“ zum besten Off-Theater Deutschlands gewählt.
Der Verlust der Stelle wird dem Theater laufende Produktionen und weitere Projekte erschweren und zu weniger Einnahmen führen. Eine Schwächung gerade dieses Theaters widerspräche der Notwendigkeit, die kulturelle Bildung im Land Baden-Württemberg wie in der Landeshauptstadt weiter zu verbessern.
1. Diese Stellenkürzung wird nicht vollzogen und dem JES ein außerplanmäßiger Personalkostenzuschuss zur Besetzung der Stelle (ca. 40.000 Euro jährlich) solange gewährt, bis die Stelle im Haushaltsplan abgesichert werden kann.
2. Da eingestellte Mittel für den Umzug des Stadtarchivs nach Bad Cannstatt nicht ausgeschöpft werden mussten, halten wir die außerplanmäßige Überbrückung für richtig und nötig.
Michael Kienzle, Andreas G. Winter, Werner Wölfle