
Die Stadt beabsichtigt, ein so genanntes “Stadtlabor” einzurichten. In diesem sollen die Themen Architektur und Stadtplanung behandelt werden. Das “Stadtlabor” soll an das noch zu schaffende Stadtmuseum angeschlossen werden, um das Thema Stadt im Zusammenhang mit der Geschichte der Stadt zu vermitteln.
Ein Stadtlabor ist grundsätzlich eine gute Idee, um Kinder und Jugendliche, aber auch interessierte Bürger an das Thema Stadt mit all ihren Facetten heranzubringen. Das bisherige Konzept scheint aber laut Vorlage noch gar nicht fertig zu sein. Pädagogische und fachliche Zuständigkeiten und Inhalte fehlen noch.
Der Oberbürgermeister will nun in einem ersten Schritt das “Stadtlabor” temporär in der Kriegsbergstraße 30 ansiedeln. Dort soll auch das konkrete städtebauliche Thema “Rosensteinviertel” mit einem Ausstellungsraum behandelt werden. Das Rosensteinviertel soll damit das erste praktische Planungsbeispiel für das “Stadtlabor” werden.
Eigentlich müssen die Ausstellung zum Rosensteinviertel und das Stadtlabor direkt vor Ort sein. Nur dort kann mit einem einfachen Gang vor die Türe der “genius loci”, wie die Architekten so schön sagen, erfasst werden. Für eine kreative und offene Werkstatt des “Stadtlabors” bietet sich ein Standort um oder am Nordbahnhofviertel, in direkter Nachbarschaft der Wagenhallen an.
Direkt vor Ort lässt sich auch die Fragestellung erörtern, wie man ein bestehendes Viertel wie den Nordbahnhof an ein neu zu planendes anschließen kann. Das ist in der Kriegsbergstraße nicht möglich. Das Stadtlabor darf nicht nur Laborarbeit sein, sondern muss auch in die Feldforschung gehen. Vor Ort, nah am konkreten Thema.
Interdisziplinäre Zusammenarbeit ist notwendig bei der Planung eines neuen Stücks Stadt.
Auch hier fehlen noch verbindliche Aussagen zu den Partnern eines zukünftigen Stadtlabors. Gespräche mit Architektenkammer und Hochschule alleine sind zu wenig. Eine verbindliche Partnerschaft mit fachlichen Institutionen und Organisationen ist notwendig, um dem “Stadtlabor” eine gute Grundlage zu geben.
Die Vorlage des Oberbürgermeisters hat noch zu wenig Inhalt und Informationen, um die Ausgaben von über 200.000 EUR zur Einrichtung und 140.000 EUR laufender Kosten seriös zu beschließen. Eine terminliche Eile ist nicht gegeben, und benötigte Sponsorenzusagen fehlen ebenfalls noch.
Zusätzlich mit der Verlegung des “Stadtlabors” in das Nordbahnhofviertel eröffnet sich die Möglichkeit, der Schwerpunktpraxis für Suchtmedizin Räumlichkeiten für die diamorphingestützte Substitution in der Innenstadt an einem geeigneten Ort zu schaffen, im Gebäude Kriegsbergstraße 30. Oder man nutzt die Alternative Hauptstätter Straße 31, Bohnencafe, welches Ende 2011 frei wird.
1. Das geplante temporäre “Stadtlabor” und der Ausstellungsraum “Rosensteinviertel” werden im Bereich Nordbahnhofviertel eingerichtet.
2. Vor der Einrichtung des temporären “Stadtlabors” und der damit verbundenen Freigabe der Haushaltsmittel werden die detaillierten pädagogischen und fachlichen Zielsetzungen und Inhalte ausformuliert und dem Gemeinderat präsentiert.
3. Die für das Thema “Stadtlabor” prädestinierten Organisationen und Institutionen (Hochschulen, Architektenkammer, SRL, BDA, etc.) werden, soweit möglich, verbindlich eingebunden.
4. Das Konzept “Stadtlabor” wird dem beim Thema Stadtplanung und Architektur beratenden Städtebau-Ausschuss vorgestellt.
5. Die Räume für die diamorphingestützte Substitution der Schwerpunktpraxis Suchtmedizin werden entweder im Gebäude Kriegsbergstraße 30 oder Hauptstätter Straße 31 bis spätestens Ende des Jahres 2011 dauerhaft untergebracht.
Peter Pätzold, Werner Wölfle, Michael Kienzle, Jochen Stopper