
Bienen, Hummeln, Schmetterlinge und andere Insekten sind unersetzlich. Als Blütenbestäuber sorgen sie für die Vielfalt von Pflanzen und Tieren. Doch viele Insekten haben inzwischen ein Problem, ausreichend Nahrung zu finden. Auf Feldern und Wiesen, öffentlichen Flächen und Gärten blüht es immer weniger. Gerade weil die Artenvielfalt allgemein als bedroht gilt, hat die Stadt Stuttgart erst vor wenigen Wochen die Deklaration für „die biologische Vielfalt in Kommunen“ unterzeichnet.
In den Städten bieten Parks, Friedhöfe, Verkehrsinseln und Straßenbegleitgrün sowie Straßenränder und Böschungen ein riesiges Potential an wertvollsten Naturschutzflächen. Durch eine entsprechende Planung, Anlage und Pflege können die Bedürfnisse von Bienen, Hummeln, Schmetterlingen und zahlreichen anderen Kleintieren gut abgedeckt werden. Kleine Veränderungen in der Pflege haben oft einen großen Effekt auf die Tierwelt.
Stuttgart hat in den vergangenen Jahren bereits an einigen Stellen gezeigt, wie man Verkehrsinseln und Begleitgrün so anlegen kann, dass sie als Nahrungsquelle für Insekten und damit der Artenvielfalt dienen können.
Nun wurden in diesem Jahr bereits im Mai – und damit weit vor der Zeit – die Verkehrsinseln in der Innenstadt auf der Theodor-Heuss-Straße, der Konrad-Adenauer-Straße, der Hauptstätter Straße und in Teilen der Holzgartenstraße gemäht.
Auch aus anderen Stadtteilen ist immer wieder zu hören, dass an bestimmten Stellen viel zu früh gemäht wird. Der eigentliche Effekt der Anlage und die Pflege dieser naturbelassenen Grünflächen als Nahrungsgebiete für Insekten werden damit zunichte gemacht. Dabei war es gerade das städtische Umweltamt, das in einer Broschüre für die naturnahe Pflege von Gärten den Privatgärtnern empfohlen hat, bunte Wiesen möglichst lange stehen zu lassen und nicht zu mähen. Diese Empfehlung wurde aber vom städtischen Garten-, Friedhof- und Forstamt, das für die Mäharbeiten zuständig ist, offensichtlich nicht überall gleichermaßen beachtet.
1) Wir kam es zu der verfrühten Mahd auf den betreffenden Flächen?
2) Wie kann künftig sichergestellt werden, dass es nicht mehr zu diesen Pflegemaßnahmen kommt?
3) Wie sieht die weitere Planung für die kommenden Jahre für den Ausbau der naturnahen Begrünung von Verkehrsinseln, Begleitgrün und Straßenböschungen in der Stadt Stuttgart und ihrer Pflege im Sinne der Artenvielfalt aus?
4) Wie können naturnah gepflegte Grünflächen, zum Beispiel in Parks, ausgedehnt werden?
5) Welche Wiesenflächen sind bei der Grünordnung der Grünen Fuge geplant?
6) Wird bei der Neuanlage von Wiesen das für die Artenvielfalt wichtige heimische Saatgut verwendet?
Thekla Walker, Werner Wölfle