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18.04.2011

Schnellere Fachweiterbildung zur Intensivpflegefachkraft (+ Antwort)

Antrag

Die angespannte Personalsituation in der Intensivpflege ist bereits mehrfach im Krankenhausausschuss ein Thema gewesen. Teilweise müssen OPs geschlossen werden, da nicht ausreichend Intensivpflegefachkräfte zur Verfügung stehen. Auch sind manche Stationen kaum mehr in der Lage genügend Mitarbeiter/innen für die Weiterbildungskurse freizustellen. Dadurch entsteht ein „Teufelskreis“: Gerade belastete Bereiche können nicht mehr ausreichend Personal qualifizieren, wodurch zu den quantitativen Engpässen beim Personal auch qualitative Einbußen kommen.
Zwar bieten die entsprechenden Fachweiterbildungen nicht nur eine attraktive Möglichkeit zur Personalentwicklung und Personalbindung und werden auch gerne von examiniertem Pflegepersonal zur beruflichen Weiterentwicklung angestrebt, sie dauern aber mit insgesamt 7 Jahren (3 Jahre Ausbildung, 2 Jahre Berufserfahrung, 2 Jahre Fachweiterbildung) länger als ein Bachelor-Studienabschluss, der in 4 Jahren erreicht werden kann.

Unserer Meinung nach sollten die Fachweiterbildungen deshalb bezüglich der Inhalte, Anzahl Theoriestunden, Anzahl Praxisstunden, geforderte Berufserfahrung flexibler gestaltet werden. Ziel müsste sein,
• die Anwartschaft auf ein Jahr zu reduzieren, da die Pflegekräfte nach der Ausbildung bereits in dem Bereich arbeiten, in dem sie die Fachweiterbildung absolvierten möchten
• den Theoriestoff zu komprimieren um die hohe Zahl der Praxiseinsätze zu reduzieren.
• die erbrachten Leistungen aus anderen Qualifizierungsmaßnahmen anzurechnen,
d. h. nicht ausschließlich diejenigen, die während der Laufzeit der Fachweiterbildung erbracht werden

Immerhin lässt das Sozialministerium seit einigen Jahren eine modulare Strukturierung der verschiedenen Fachweiterbildungen als Modell-Weiterbildungen auf dem Gebiet der Intensivpflege, Anästhesiepflege und Intensivüberwachungspflege sowie dem Operationsdienst erproben. Ein Evaluationsbericht über das Modell am Universitätsklinikum Ulm, das als Pionier diese Form der Weiterbildung erprobt hat, liegt vor und wird bei der Entscheidung über eine Neufassung der Verordnung der Weiterbildung auf dem Gebiet der Intensivpflege sicher eine Rolle spielen.

Wir beantragen:

Der Evaluationsbericht über die Erprobung der verschiedenen Fachweiterbildungen als Modell-Weiterbildungen auf dem Gebiet der Intensivpflege, Anästhesiepflege und Intensivüberwachungspflege sowie dem Operationsdienst wird im nächsten Krankenhausausschuss vorgestellt.

Silvia Fischer, Muhterem Aras

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