
Ab 2013 haben Eltern für ihr Kind unter 3 Jahren einen Rechtsanspruch auf einen Kinderbetreuungsplatz. Das ist nicht mehr weit. Auch wenn die von Seiten des Bundes als Richtwert ausgegebene Versorgungsquote von 35% in Stuttgart stellenweise bereits übertroffen wird, ist die Nachfrage nach zusätzlichen Plätzen anhaltend hoch. Anbauten und Sanierungen von bestehenden Kindertagesstätten können Nachfrage und Platzbedarf noch lange nicht decken. Der Neubau von Kindertageseinrichtungen, die sowohl Kleinkinder als auch Kindergartenkinder im Alter von 3-6 beherbergen können, muss mit Nachdruck vorangetrieben werden.
Der gleichzeitige, schnelle Neubau von Kindertageseinrichtungen an verschiedenen Standorten war in der Vergangenheit bereits erfolgreich. In den Jahren 2003 und 2004 wurden zwei 2-gruppige und zwei 3-gruppige Kitas nach einem im Vorfeld entwickelten Baukasten-System durch einen Generalunternehmer gebaut und schlüsselfertig übergeben. Die zunehmende Nachfrage nach Raum für Kinder hat jedoch gezeigt, dass in Zukunft in größeren Kategorien gedacht werden muss. Die Vorlage GRDs 226/2011 macht bereits Vorschläge zu Voraussetzungen für typisierte Kindertagesstätten mit 4 oder 6 Gruppen und welche Standorte im Stadtgebiet in Frage kommen.
Das Thema wurde bereits am 12.4.2011 im Ausschuss für Umwelt und Technik diskutiert. Fraktionsübergreifend bestand Einigkeit, dass auf Grundlage der bisherigen Vorschläge ein Prototyp ausgeführt werden soll. So können Optimierungspotentiale ausgelotet werden, die nur mit einer Realisierung möglich sind. Um dies anzugehen, ist die Typenplanung der Kindertagesstätten durch das Hochbauamt weiter voran zu treiben.
Der Prototyp muss so schnell wie möglich umgesetzt werden, damit die Optimierungspotentiale zeitig in die weitere Planung einfließen können. Wird die Planung nicht jetzt vorangetrieben und noch in die Haushaltsberatungen eingespeist, verspätet sich der Bau der dringend benötigten Kindertagesstätten.
Auch der Aspekt einer Plus-Energie-Kita muss im Rahmen der weiteren Bemühungen zum Klimaschutz der Landeshauptstadt ins Auge gefasst werden. Gerade bei einem Prototyp lässt sich dabei die Kosten-Nutzen-Relation gut erfassen.
1. Das Hochbauamt berichtet in der ersten Sitzung des Ausschuss für Umwelt und Technik nach der Sommerpause über den Stand der Planung für den Typenentwurf für 4- und 6-gruppige Kindertageseinrichtungen. Dabei soll auch ein Vorschlag für einen Zeitplan und für Umsetzungspakete der in GRDs 226/2011 vorgestellten Standorte beinhaltet sein.
2. Insbesondere wird der Standort für einen Prototypbau vorgestellt. Dieser Bau wird als Plus-Energie-Kita geplant, um auch hier die notwendigen Erfahrungen zur Optimierung zu sammeln.
3. Die Planungen für den Prototyp werden so schnell als möglich für die Realisierung und Ausschreibung vorbereitet, um die dabei entstehenden Optimierungen in die weiteren Planungen einfließen zu lassen.
4. Um die schnelle Umsetzung der weiteren Neubauvorhaben zu ermöglichen und die Standortvorschläge in die kommenden Haushaltsberatungen einspeisen zu können, stellt die Verwaltung dar, wie die benötigten Planungsmittel für die Planung der Kindertagesstätten im Baukasten-Prinzip bis zur Ausschreibungsreife bereitgestellt werden können.
Silvia Fischer, Peter Pätzold, Dr. Roswith Blind (SPD), Hans H. Pfeiffer (SPD)