Lust auf Stadt. Bündnis 90/Die Grünen bei der Kommunalwahl Stuttgart 2009.
Download
09.02.2011

Kinder(h)orte (+ Antwort)

Verlässliche, offene, gebundene, teilgebundene Ganztagsschulen mit und ohne Horte: Ja was denn nun?
Antrag

Mit dem ab 2013 gesetzlich gesicherten Anspruch auf einen Krippenplatz für die 0-3 Jährigen wird deutlich: Stuttgart hinkt den gesetzlichen Vorgaben weit hinterher. Doch immer mehr Eltern sind auf verlässliche ganztägige Betreuung angewiesen. Um den historisch verursachten Mangel an Kleinkindbetreuung auszugleichen, bedarf es gewaltiger auch finanzieller Anstrengungen.
Gleiches gilt für den Übergang vom Kindergarten zur Schule. Die Betreuungssituation für Schulkinder ist für viele Eltern zu einem gewaltigen Problem. Diese unbefriedigende Situation ist komplett ausgemacht. Früher bot der klassische Schülerhort eine Möglichkeit für berufstätige Eltern. Doch inzwischen ist der Bedarf an ganztägiger Betreuung viel höher und Schule hat sich verändert.
Neben der verlässlichen Grundschule und Hortbetreuung, gibt es Ganztagesschulen unter-schiedlicher Art, die wiederum verschiedene Konzepte verfolgen und Rahmenbedingen liefern. Eltern legen Wert auf ein verbindliches Betreuungsangebot, das in der Schulzeit als auch in den Ferien verlässlich ist. Doch wir haben eine die Vielzahl an qualitativ, finanziell und zeitlich völlig unterschiedlichen Angeboten und Standards. Eins haben diese unterschiedlichen Systeme gemeinsam: sie sichern den Eltern nicht den Standard (Ferienbetreuung und Personalausstattung) eines Schülerhortes. Das führt zu einem ständig höheren Hortbedarf.
Bisher laufen für die Betreuung unserer Kinder verschiedene Systeme nahezu unverbunden nebeneinander her. Für die optimale Betreuungssituation sowohl im Sinne der Kinder als auch im Sinne der berufstätigen Eltern ist es dringend nötig, für Schulkinder die Betreuung an den Schulen so zu organisieren, dass sie den klassischen Hort nicht mehr benötigen
Wir leisten uns sonst teure Parallelstrukturen.
Doch der erhoffte Ausbau der Ganztagsschule verläuft nur langsam. Der vom Land festgelegt Zeitrahmen bis 2015 entspricht nicht den Bedürfnissen der Eltern und Kinder. Bisher wird bei der Bewilligung von Ganztagsschulen Schulen in „sozial benachteiligten“ Stadtgebieten Vorrang gewährt. Doch auch weitere Schulen besitzen bereits die entsprechenden Voraussetzungen, um zu Ganztagsschulen ausgebaut zu werden.

Wir beantragen:

1. Der Gemeinderat beschließt, die bisherigen Voraussetzungen zur Beantragung einer Ganztagsschule zu ändern, um den weiteren Ausbau von Ganztagsschulen mit einem hochwertigen Bildungs- und Betreuungskonzept voranzutreiben.

2. Hierfür beantragt die Verwaltung flächendeckend, bzw. bis zu der im Moment noch gültigen Quote von 40% für Grundschulen, die Bewilligung der Ganztagsschule, für alle Schulen, die bereits die räumlichen Voraussetzungen und das entsprechende Engagement von Eltern und Lehrern mitbringen.

3. Die dafür notwendigen Haushaltsmittel müssen bereits bei der Aufstellung des kommenden Haushalts 2012/13 berücksichtigt werden.

4. Das Schulverwaltungsamt und das Jugendamt legen noch im ersten Halbjahr 2011 für die zukünftige Schulkindbetreuung ein gemeinsames Rahmenkonzept inkl. Finanzierungssbedarf vor, das die bisher unterschiedlichen Standards der Betreuungsangebote an Schulen in Stuttgart vereinheitlicht. Das Rahmenkonzept berücksichtigt insbesondere die Mittagsverpflegung und den realen Bedarf der Eltern in der tägliche Betreuungszeit und der Ferienbetreuung.

5. Dort wo durch den Ausbau der Ganztagsschule die Strukturen der Hortversorgung nicht länger notwendig sind, geht die Infrastruktur der Horte in den Ausbau der Kleinkindbetreuung über.

Muhterem Aras, Werner Wölfle, Thekla Walker, Vittorio Lazaridis

Basisdebatten im Erdgeschoss