
In Bad Cannstatt sieht der Bebauungsplan „Hochflur“ (Ca 225.2) zwischen den Straßen Schmidener Straße – Hochflur (Nr. 34), Hochflur – Ziegelbrennerstraße (Nr. 33),
Ziegelbrennerstraße – Lehmfeldstraße (Nr. 32) neue Geh- und Radwege vor, die in Kürze gebaut werden sollen. Jedoch befindet sich in dem Abschnitt Nr. 33 ein bedeutsames Vorkommen von Eidechsen, die nach Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie (FFH-Richtlinie) und nach Bundesnaturschutzgesetz (BNatSchG) streng geschützt sind. Auch zahlreiche Heuschrecken- und Wildbienenarten haben dort ihren Lebensraum. Aufgrund der Biotopausstattung lässt sich prognostizieren, dass durch ein detailliertes tier- und pflanzenökologisches Gutachten weitere schützenswerte Tier- und Pflanzenarten nachgewiesen werden. Der Abschnitt Nr. 34 durchschneidet ferner zusätzlich ein intaktes Gartengebiet. Zahlreiche Obstbäume, Baumgruppen und Gebüsche müssten gerodet und zerstört werden. Der Abschnitt Nr. 32 könnte ohne Bauarbeiten kostengünstig realisiert werden, wenn der mit Eisentoren- bzw. Schranken abgeschlossene Parkplatz der nicht mehr genutzten Albertus-Magnus-Sporthalle für den Fuß- und Radverkehr freigegeben wird. Dabei reicht es aus, dass das Tor an der Lehmfeldstraße geöffnet wird, da das Tor an der Ziegelbrennerstraße sowieso offen ist. Dadurch wäre es den Anwohnern der Lehmfeldstraße möglich auf direktem Weg zur Ziegelbrennerstraße Richtung Steinhaldenfeld zu gelangen. Diese Maßnahme ist nahezu ohne Kosten umsetzbar und hätte eine sofortige Wirkung.
Der Bedarf dieses Radweges ist nicht nachvollziehbar. Es gibt keinen bestehenden und keinen zu erwartenden bedeutsamen Radverkehr in diesem Bereich, der diese aufwändigen Baumaßnahmen mit ihren erheblichen Eingriffen in die Natur, die Versiegelung und Zerschneidung der Landschaft rechtfertigen würde. In direkter Nachbarschaft gibt es wichtigere Radwegeverbindungen, die dringend verbessert werden müssen. So sehen wir die Gelder für den Radweg Hochflur besser entlang der Schmidener Straße eingesetzt, wo es schon heute erheblichen Bedarf gibt.
1) Die Planungen für die Wege Nr. 33 und 34 sind umgehend einzustellen bis ein Bericht im Ausschuss für Umwelt und Technik erfolgt und dabei über das weitere Vorgehen beschlossen wird. Bis dahin sind keinerlei Bauarbeiten o.ä. auszuführen, die die Lebensräume der dort lebenden gefährdeten Arten beschädigen könnten. Das Liegenschaftsamt nimmt einstweilen mit den Pächtern der Flurstücke zwischen der Ziegelbrennerstaße und Hochflur umgehend Kontakt auf um zu verhindern, dass die vorhandenen Eidechsenbiotope zerstört werden. Auf geeigneten Teilflächen der Flurstücke 6643 und 6644 werden Eidechsen- bzw. Wildbienenbiotope ausgewiesen und ein entsprechendes Pflegekonzept entwickelt.
2) Bei der Geh- und Radwegverbindung Nr. 32 ist zu prüfen und im Ausschuss für Umwelt und Technik zu berichten, ob diese kostengünstig durch das Öffnen des mit Eisentorenbzw. Schranken abgeschlossenen Parkplatz der nicht mehr genutzten Albertus-Magnus-Sporthalle erreicht werden kann.
3) Ebenso ist am selben Termin im Ausschuss für Umwelt und Technik darzustellen, wie
entlang der Schmidener Straße Verbesserungen für den Radverkehr erfolgen können.
Clarissa Seitz, Andrea Münch, Peter Pätzold