
Mit Beschlussfassung der GRDrs. 811/2009 ist der Gemeinderat dem Vorschlag der Verwaltung gefolgt und hat für die ab dem Schuljahr 2010/2011 neu ausgerichteten Werkrealschulen 19 Hauptschulen angemeldet, von denen anzunehmen ist, dass sie bezüglich des Schüleraufkommens den strengen Vorgaben des Landes genügen. Geschehen ist dies nicht aus Begeisterung über den auch nach Ansicht der Antragsteller misslungenen Reformversuch, sondern weil aus dieser Situation das Beste für die Stadt gemacht werden soll.
Ganze Stadtbezirke werden in die Neuordnung aus Zeitgründen ohne eine Werkrealschule starten müssen, weil dafür erst die notwendige Schulentwicklungsplanung vorliegen muss.
Diese brauchen wir auch für viele Gebiete, aber es gibt Gegebenheiten bei denen die Erkenntnislage klar ist und im Interesse von Schülerinnen und Schülern schon rasch gehandelt werden kann.
Beim Stadtbezirk Weilimdorf mit heute drei Hauptschulen, von denen keine die Voraussetzungen für die Antragstellung beim Land erfüllt, ist dies der Fall.
Die Reisachschule wird reine Grundschule. Ihr Einzugsbereich wird nach einer genaueren örtlichen Betrachtung etwa um die Gebiete Maikammer Straße, Pforzheimer-, Kaiserlauterer Straße bis zur Straße Im Lindental erweitert, das exakte Einzugsgebiet wird nach Ermittlung der vorhersehbaren Schülerzahlen festgelegt. Freiwerdende Räume der Reisachschule werden für die Einrichtung einer Kindertagesstätte (von Krippen- bis Hortalter) genutzt, für die im Stadtteil noch Bedarf besteht. Durch eine noch engere Bildungspartnerschaft Kita-Schule entsteht so ein Bildungshaus, das sich auch einen gemeinsamen Schwerpunkt geben könnte (z.B. das Thema Bewegung; das Angebot einer Montessorischule ist im Stadtbezirk ja schon vorhanden). Auch das Thema Inklusionsschule wird in die Betrachtung einbezogen.
Die Wolfbuschschule wird führende Werkrealschule für Weilimdorf. Sie kooperiert eng mit der Rappachschule, die Grund- und Hauptschule bleibt. Erste räumliche Entlastung erfährt die Wolfbuschschule durch die in Punkt 1 vorgeschlagene Veränderung der Grundschuleinzugsbezirke und die enge Kooperation mit der Rappachschule. Das sichert, dass die Schülerinnen und Schüler in allen Klassenstufen im vertrauten Stadtbezirk bleiben können. Eventuell notwendige Erweiterungsmöglichkeiten sind aus unserer Sicht am Standort für die Zukunft noch gegeben.
Wolfbuschschule und Rappachschule werden als eng kooperierende Schulen beim Land als künftige Werkrealschulen neuer Art zum Schuljahresbeginn 2010/2011 nachgemeldet.
Dass die damit vorgeschlagenen Veränderungen im Stadtbezirk sorgfältig diskutiert und ggf. auch angepasst werden müssen, ist für uns Antragsteller Voraussetzung und Verpflichtung. Wir sind uns aber sicher, dass bei einer offenen Diskussion dieser Vorschlag vor Ort verstanden und unterstützt werden wird und mit einer solchen Diskussion deshalb nicht bis zur Vorlage einer Schulentwicklungsplanung durch ein beauftragtes Büro zugewartet werden soll. Vielmehr sind wir der Ansicht, dass wir das Gespräch mit allen Betroffenen vor Ort in den nächsten 6 Wochen führen müssen.
Denn da Eltern für ihre Kinder das Beste und die besten Bildungschancen wollen, wäre ein Abwarten automatisch mit einem Abwandern von Schülerströmen in andere Stadtbezirke schon ab dem kommenden Schuljahr verbunden. Ab dann gibt es für diese Schulart keine Schulbezirke mehr und der Abschluss “Werkrealschule” lockt.
Dr. Roswitha Blind, Marita Gröger (SPD), Muhterem Aras, Vittorio Lazaridis (Bündnis 90 / Die GRÜNEN)