
Noch keine zehn Jahre alt, ist die Kulturstätte Wagenhallen aus dem kulturellen Leben der Stadt nicht mehr wegzudenken. Mit bestem Erfolg widerlegt die Künstler- und Kulturszene am Nordbahnhof das biedere Image, das der Stadt noch mancherorts nachgesagt wird. Die Wagenhallen sind nicht nur in Szenekreisen ein Markenzeichen für Stuttgart geworden, das man in der ganzen Republik kennt. Dabei ist der hochwertige Kulturbetrieb weitgehend selbst finanziert, der städtische Kulturetat wird nicht in Anspruch genommen.
Obwohl die Betreiber durch befristete, kurze Mietverträge mittlerweile wahre Meister der Improvisation geworden sind, erfordern Anfragen aus aller Welt mittlerweile eine gewisse Planungssicherheit. Diese Sicherheit ermöglicht es den Machern zudem, erforderliche Sanierungsmaßnahmen auszuführen und Erhaltungsinvestitionen zu tätigen.
Der Bau des Berufsschulzentrums an der Heilbronner Straße wird die Bedingungen für die Betreiber der Wagenhallen zudem massiv erschweren.
Wir wollen den Kulturbetrieb Wagenhallen mit dem einzigartigen Profil weitergeführt wissen und die kreative, lebendige Off-Szene am Nordbahnhof halten. Klaren Verhältnissen zuliebe sollten die Veranstaltungsmacher einen direkten Mietvertrag für die genutzten Räume erhalten – die Dreieckskonstellation über den Gesamtmieter ist unnötig.
1. Dem Kulturbetrieb Wagenhallen wird in einem ersten Schritt durch Abschluss eines über fünf Jahre laufenden Mietvertrags über die von ihm genutzte Veranstaltungshalle mit Nebenräumen mittelfristig Planungssicherheit gewährt.
2. Die Verwaltung wird beauftragt zu verhandeln, einen separaten Mietvertrag direkt mit den tatsächlichen Betreibern der Veranstaltungsräume zu schließen.
3. Die Verwaltung stellt dar, auf welche Weisen sich der Kulturbetrieb Wagenhallen verstetigen lässt. Dabei wird auch das Modell des Verkaufs der Veranstaltungshalle mit Nebenräumen und der Einräumung eines Nutzungsrechts für das Außengelände an die Betreiber erwogen.
Werner Wölfle, Michael Kienzle