
Viele Stuttgarter haben größte Sorge, wie sich die Baumaßnahmen zu Stuttgart 21 auf den Schlossgarten auswirken werden. Denn der Park wird als einzige größere Grünfläche der Innenstadt das ganze Jahr hindurch stark zur Erholung, zum Spazieren, Radfahren, Laufen oder Skaten genutzt und ist die einzige Grünverbindung zum Neckar und zu Bad Cannstatt aus der Innenstadt.
Deshalb ist es für die Lebensqualität in der Stadt von zentraler Bedeutung, ob der Park zugänglich bleibt und dass er genutzt werden kann, auch wenn die Baumaßnahmen wirklich beginnen sollten. Wir erwarten daher von der Bahn AG wenigstens eine eindeutige Zusage, dass weder in historische Bausubstanz noch in den Park eingegriffen wird, ehe alle Planfeststellungsabschnitte genehmigt sind und die Kostenberechnung für die Neubaustrecke vom Bund vorgelegt wird.
Nachdem seitens der Bahn öffentlich höchst unterschiedliche Äußerungen über die geplanten Eingriffe, die Zahl der bereits gefällten und zur Fällung vorgesehenen Bäume, über Ersatzpflanzungen und eventuell hinzu kommenden Grünflächen oder über die Grundwasserproblematik gemacht werden, ist es höchste Zeit, dem Gemeinderat die aktualisierte Planung der im Planfeststellungsbeschluss genannten Maßnahmen im Zusammenhang darzustellen.
Wir erwarten von der Bahn, von der Landes- und der Stadtverwaltung einen umfassenden und transparenten Bericht darüber,
– wie die Zugänglichkeit zum Park in den verschiedenen Bauphasen gewährleistet wird;
– wie der Zeitplan der Arbeiten im Park aussieht und welche Arbeiten die Parknutzung durch Lärm und Abgase unmöglich machen;
– wie sich die Eingriffe auf Flora, Fauna und Grundwasser auswirken;
– wann die Baumfällungen, die nach Auskunft des Projektsprechers geheim bleiben sollen, vorgesehen sind;
– durch welche Maßnahmen das einzigartige Naturdenkmal, die nach Felix Mendelssohn-Bartholdy benannte Platanenallee, später mit ihren 200-jährigen Bäumen in ihrer Gesamtheit unversehrt erhalten wird?
dass die zuständigen Fachleute der Bahn, der Landesverwaltung und der Stadtverwaltung einen umfassenden Bericht in der ersten Sitzung des Ausschusses für Umwelt und Technik nach den Faschingsferien erstatten.
Michael Kienzle, Werner Wölfle