
Das Stadtarchiv Stuttgart hat sich in der Vergangenheit bereits vorbildlich um die Aufarbei-tung der Stuttgarter Stadtgeschichte 1933-1945 bemüht. Seine dokumentarische Arbeit muss gestärkt werden, um künftige Ausstellungsaktivitäten zu unterstützen. Zentral ist hierbei, dass die Aussagen der glücklicherweise noch lebenden Zeitzeugen über die Verfolgung und Ermordung Stuttgarter Bürgerinnen und Bürger während der NS-Herrschaft auf wissenschaftlicher Basis für die Zukunft per Videodokumentation gesichert werden.
Wir möchten, dass eine breit angelegte Sicherung dokumentarischen Materials unverzüglich begonnen wird. Wir würden es begrüßen, wenn die Erfassung gemeinsam und mit Hilfe von wissenschaftlichen Kooperationspartnern (z.B. Uni Stuttgart), aber auch von Gruppen und Initiativen durchgeführt werden könnte, die sich ehrenamtlich für die Erinnerung an die Opfer und Täter engagieren. Vor allem die Einbeziehung von Jugendlichen bei solchen Befragun-gen halten wir für didaktisch äußerst sinnvoll.
1. Das Stadtarchiv wird beauftragt, Aussagen von Zeitzeugen der NS-Geschichte in Stuttgart zu sichern.
2. Die Verwaltung legt bis zu den Haushaltsberatungen eine Beschlussvorlage vor, die die Form, den Umfang, die Dauer und die Kosten dieser Maßnahme beschreibt.
3. Da die Uhr läuft, wird noch in diesem Jahr mit einer Befragung von Zeitzeugen durch Jugendliche begonnen. Der für den Einstieg in diese Aufgabe notwendig werdende finanzielle Betrag ist für den Anfang aus dem laufenden Budget des Kulturamts zu decken.
4. Die Verwaltung prüft welche weiteren Institutionen bei dieser Befragung sowohl inhaltlich als auch finanziell eingebunden werden können.
5. Die Verwaltung berichtet nach der Sommerpause über den Sachstand und das weitere Vorgehen.
Michael Kienzle, Silvia Fischer, Monika Wüst (SPD), Dr. Roswitha Blind (SPD), Ulrike Küstler (SÖS/Die Linke), Hannes Rockenbauch (SÖS/Die Linke)